Heute möchte ich gerne von meinen unterschiedlichen Erfahrungen beim Testen ohne und mit der aeroAPP berichten. Den ersten Teil meines Blogs findest du hier (link).

Dadurch, dass ich am Anfang recht viele Tests noch manuell ausgewertet habe und erst später auf die AeroAPP umgestiegen bin, kann ich sehr gut vergleichen, wo die Vor- und Nachteile zwischen den beiden Varianten liegen. Einer der größten Nachteile am manuellen Verfahren ist, dass die Auswertung sehr zeitaufwändig ist, auch wenn das Team der Aerotune ständig daran arbeitet dieses zu optimieren. Ich habe nach einem Testtag zu Hause die Daten immer bei Garmin Connect hochladen müssen, was eigentlich automatisch funktioniert. Danach habe ich die Dateien, aus Garmin Connect auf meinen Rechner heruntergeladen und zur Auswertung bei Aerotune auf die aeroDATA Plattform wieder hochgeladen.

Nach einem längeren Testtag ist das schon mal etwas lästig, vor allem weil man natürlich am liebsten sofort sein Ergebnis sehen will. Für mich war das wie Weihnachten Geschenke auszupacken. Wenn man dann endlich nach einem doch anstrengenden Testtag alle Daten hochgeladen hat, alle Setups korrekt beschrieben hat und man gebannt auf den Rechner starrt, während die Berechnung seiner Auswertung läuft und man endlich erfährt, welches Equipment oder welche Position denn nun die Beste ist.

Während den Tests bekommt man schon eine grobe Vorstellung oder ein Gefühl dafür, was gut funktioniert und schnell sein dürfte und was nicht. Man wartet dann gespannt, ob sich das Gefühl bestätigt oder man vielleicht positiv oder auch negativ, überrascht wird. Allerdings bleibt es auch nicht aus, dass so manch lieb gewonnenes „Aero Gadget“ sich als nicht so Aero heraus stellt, wie man dachte oder sich erhofft hat. So musste ich selbst leidvoll erfahren, dass meine geliebten Trispokes bei meinem Rahmen und mir einfach nicht funktionieren und ich dadurch all die Jahre Minuten auf der Strecke hab liegen lassen.

Das Team der Aerotune hat zwar in der Beschreibung der manuellen Auswertung auch die Möglichkeit der Auswertung vor Ort mittels Laptop und mobiler Internetverbindung beschrieben, aber wenn man wie ich alleine Teste ist, dass natürlich wieder zusätzliches Equipment, was man mitnehmen muss und weiterer Zeitaufwand vor Ort.

Das von mir bisher Beschriebene wird mit der aeroAPP auf ein Minimum reduziert, es bleibt nur noch das Pflegen der Daten auf der aeroDATA. Zwar geht das Gefühl etwas verloren, wenn man den Button auf Aerotune zum Start der Auswertung drückt und sein Gesamtergebnis mit Spannung erwartet, wird aber, durch eine effizientere Möglichkeit Tests durchführen zu können, belohnt. Denn im Unterschied dazu bekommt man mit der App den Cda-Wert eines Tests und auch den Durchschnitt für das Setup direkt nach jedem Test angezeigt und kann dann vor Ort entscheiden, ob man noch einen Test für das Setup durchführen will oder nicht. Das verringert die Anzahl der Durchläufe enorm!

Da man beim Testen auf der Straße äußeren Einflüssen wie Wind ausgesetzt ist, unterliegen die Ergebnisse der Tests innerhalb eines Setups einer gewissen Schwankung. Auch können sich hin und wieder mal stärkere Ausreißer bei so einem Test ergeben. Ohne aeroAPP ist man quasi „blind“ und kann so etwas nicht erkennen und damit auch nicht lokal vor Ort bzw. während dem Testen darauf reagieren.

Die aeroAPP leitet einen Tester vollkommen durch den Test und gibt auch direkt Feedback, ob das Setup valide ist und man sogar schon bei 2 oder 3 Tests keinen weiteren mehr durchführen muss. In der aktuellen Version kann man zwischen Basic Modus und Advanced Modus wählen. Im Advanced Modus hat man die Möglichkeit die Messgenauigkeit zu erhöhen, indem man die Anzahl der Testläufe innerhalb eines Setups selbst bestimmt. Ohne App ist man gezwungen vorher fest zu legen wie viele Tests man fahren möchte, ohne zu wissen wieviele überhaupt notwendig sind. Die Anzahl der Durchläufe kann dann zu viel sein oder im schlechtesten Fall auch zu wenig. Gerade Ausreißer in einer Testreihe können das Ergebnis des Mittelwertes für ein Setup stark beeinflussen.

Ohne aeroAPP kann es passieren, dass dann hinterher bei der Auswertung das Setup ungültig ist und man im schlechtesten Fall den Test umsonst gefahren ist, weil er keine Aussagekraft besitzt. Bei Verwendung der aeroAPP passiert das nicht, weil diese einem mitteilt, dass man weitere Durchläufe braucht, um ein Setup zu validieren. Damit kann möglicher Frust über einen ungültigen Test vermieden werden. Und das Wichtigste ist, das sich in der Summe damit der Gesamtaufwand des AeroTESTs drastisch reduziert.

Wenn man sich fragt wie solche Ausreißer zu Stande kommen können, ist eine der Ursachen oft das nicht Benutzen eines Speed Sensors. Ohne Speed Sensor wird die Geschwindigkeit über das GPS Signal ermittelt und selbst wenn auf der gewählten Strecke sehr guter GPS Empfang herrscht, so unterliegt die per GPS ermittelte Geschwindigkeit einer Schwankung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade wenn man feinere Unterschiede zwischen zwei Setups ermitteln möchte und die beiden Setups dicht beieinander liegen, das Testen ohne Speed Sensor zu ungenau ist. Daher würde ich raten, der Empfehlung von Aerotune zu folgen und immer einen Speed Sensor zu verwenden. Dies hat auch bei mir zu einer Verbesserung der Messgenauigkeit geführt.

Trotz der Verwendung eines solchen Sensors, hatte ich zu Beginn aber immer wieder mit stark schwankenden Testergebnissen zu kämpfen. Manchmal waren Setups dabei, bei denen die Tests innerhalb eines Setups wie wild hoch und runter sprangen, dass man die Aussagekraft des Ergebnisses in Frage stellen musste. Auch ging es sogar soweit, dass ich von einen auf den anderen Tag stark abweichende Testergebnisse für das gleiche Setup erhielt. Was hier eine Verbesserung brachte, war die Wahl einer anderen Teststrecke. Die originäre Strecke hatte sich als nicht so gut herausgestellt, um valide Testergebnisse zu erzeugen. Die alte Teststrecke verlief entlang einer Bundesstraße, die gut windgeschützt von hohem Baumwuchs gelegen ist. Dies bietet einen vermeintlichen Vorteil, um dem Kriterium nach möglichst wenig Windanfälligkeit nachzukommen und möglichst gut zu erfüllen. Der vermeintliche Vorteil, des gut windgeschützten Abschnittes wurde durch den Windzug der Fahrzeuge, zum Teil großer Lastwagen, aber wieder zu Nichte gemacht. Das lag daran, dass dieser Teil doch stärker befahren wurde, als ich ursprünglich annahm und die Testergebnisse zu stark negativ beeinflusste. Nachdem ich eine andere brauchbare Strecke gefunden hatte, wurden auch die Tests stabiler, was die Reproduzierbarkeit der Testergebnisse erheblich gesteigert hat.

Da eine gewählte Teststrecke nicht alle Kriterien perfekt erfüllen kann, war es auf der neuen Strecke so, dass sie etwas windanfällig ist. Dies kann natürlich zu einem höheren Fehler im Ergebnis führen und hat mich zu Beginn etwas gestört und ich hatte mich dann im Laufe der Zeit auch nochmal nach einer weiteren Strecke umgesehen. Je nachdem wo man wohnt, ist es aber gar nicht so einfach eine geeignete Teststrecke zu finden, was man am Folgenden sieht. So wurde ich dann zwischenzeitlich noch mal fündig und probierte testweise nochmal einen anderen komplett geraden Streckenabschnitt, der prädestiniert war, um solche Aerotests durchzuführen. Dieser wäre eigentlich perfekt gewesen, da er außerhalb der Ortschaft im Feld lag und zu dem durch Büsche an der Seite weniger windanfällig ist. Doch der schlechte Straßenbelag und die doch etwas schmale Breite machten das Testen etwas schwierig, da auch hier der Durchgangsverkehr von Autos und Fußgängern, trotz Feldrandlage zu hoch war. Insgesamt fühlte ich mich auch nicht sehr wohl auf der Strecke, weil hier das Unfallrisiko durch andere Verkehrsteilnehmer und damit auch mein Adrenalinspiegel stark erhöht waren.

Man muss beim Testen eh schon immer hell wach sein, weil man hier mit über 40 Sachen durch die Gegend fährt. Die Gesundheit geht natürlich klar vor. Das führte dazu, dass ich meine Position während dem Testen nicht sehr konstant halten konnte. Dies ist aber sehr wichtig, weil sonst die Messungenauigkeit einfach zu groß wird und damit das Ergebnis weniger Aussagekraft besitzt oder sogar zu einer Fehlinterpretation der Werte führen kann. Dies hatte sich dann hinterher auch in den Testergebnissen widergespiegelt und war klar zu erkennen. Somit bin ich dann wieder auf die zweite Strecke zurückgekehrt und habe dort dann alle weiteren Tests durchgeführt und werde zukünftig auch alle weiteren Tests dort absolvieren.

In meinem letzten Teil werde ich euch über die Auswertung meiner Ergebnisse berichten.