Der Teufel liegt im Detail – Was sollen mir eigentlich die Ergebnisse des Tests sagen bzw. wie werte ich diese für mich persönlich aus? Mit diesem Thema möchte ich meinen Blog abschliessen und hoffe ich konnte dir das Thema aeroTEST mit der Aerotune Methode ein bisschen näher bringen. Solltest du nochmal die ersten beiden Beiträge lesen wollen, findest du diese hier (Teil 1) und hier (Teil 2).

Im zweiten Teil habe ich über die Vorteile der aeroAPP geschrieben. Was dir die App jedoch auch nicht abnehmen kann, ist die Bewertung der Ergebnisse. Zum einen der Werte eines einzelnen Tests sowie auch des Gesamtergebnisses im Gesamtkontext. Du solltest bei der Auswertung der Ergebnisse immer kritisch sein und bleiben. Somit kann es Sinn machen sich jeden einzelnen Test noch einmal genauer anzuschauen und zu bewerten, um dann auch die im zweiten Teil bereits erwähnten Ausreißer zu filtern und ggf. hinterher eventuell sogar zu entfernen, um einen genaueren Wert zu erhalten. Ich finde es sehr wichtig auch sein individuelles Gefühl und wie der Test gelaufen ist, mit in diese Bewertung einfließen zu lassen. Im Zweifel macht es Sinn den Test an einem anderen Tag noch einmal zu wiederholen, um das Ergebnis zu bestätigen. Nicht jeder Tag ist gleich und deshalb können sich die Ergebnisse vom absoluten Wert von einem Tag zum nächsten schon einmal unterscheiden. Hier gilt es Ruhe zu bewahren, so lange der Abstand der jeweiligen gleichen Setups untereinander nahezu identisch ist.

Das was ich gerade beschrieben habe ,war bei mir in einem Beispiel wie folgt. Ich hatte einen Anzug in zwei verschiedenen Größen und erhielt ein Testergebnis, welches ich so nicht erwartet hatte. Die Größe, die mir besser passte, schnitt schlechter im Test ab und aus diesem Grund war ich skeptisch und ließ einen weiteren Test mit den beiden Anzügen folgen. Meine Erwartung war eine Bestätigung des schlechter sitzenden Anzugs als aerodynamisch vorteilhafter. Diesmal war die gut sitzende Größe besser. Um das zweite Ergebnis zu bestätigen, folgte ein weiterer Test. Da ich im dritten Anlauf das Ergebnis reproduzieren konnte und die Abstände wie beim zweiten Testtag waren, konnte ich das Ergebnis als valide ansehen.

Mit dem Beispiel wollte ich zeigen, dass Aerotests nicht immer den absoluten cda-Wert liefern können sondern manchmal auch nur eine Tendenz geben. Wenn die Tendenz, die erwartet wird, in einem oder sogar mehreren Tests bestätigt wird und sich auch in den Ergebnissen darstellt, geht es weiter zum nächsten Schritt, um weiteres Material oder Positionen zu testen. Das kann manchmal auch zu Rückschlägen führen, wenn bei der Auswertung die falschen Schlüsse gezogen wurden. Das wird aber auch besser mit zunehmender Erfahrung und ist auch als Lernprozess zu verstehen. Bei mir war das genau so.

Die Reproduzierbarkeit an verschieden Testtagen, haben mir aber gezeigt, dass der aeroTEST mit Aerotune valide genug ist, um seine Position zu optimieren. Dass war aber auch ein Prozess und ich habe meine optimale Position nicht auf Anhieb und schon gar nicht mit nur einem Test gefunden. Wenn man sich aber darauf einlässt, wird man am Ende mit einem sehr guten Aero bzw. cda-Wert belohnt. So habe ich an über 40 Testtagen mit regelmäßig 4-5 Setups pro Testtag einen sehr guten cda-Wert gefunden. Aktuell bin ich bei 0,205 angekommen und damit in einem Top Bereich nicht nur innerhalb der #aeroCOMMUNITY sondern auch absolut gesehen. Angefangen habe ich bei einemWert von knapp 0,26 und dass macht auf 180km Strecken wie Roth, Frankfurt oder Hamburg 20-25min in meinem Leistungsbereich aus. Dafür hätte ich sehr viel mehr trainieren müssen und somit hat es sich für mich mehr als gelohnt.

Natürlich war das auch „harte“ Arbeit; an so einem Testtag können schon mal 50-60km zusammen kommen, die bis auf ein wenig aus- und einrollen zum Hauptteil mit WK Leistung absolviert werden. Dazu muss man natürlich bereit sein auch mal einen oder mehrere Trainingstage zu „opfern“ oder aber du siehst das Aerotesting als Trainingseinheit und baust das als Regelmäßigkeit in deinen Trainingsplan mit ein.

So schnelle Verbesserungen in Watt oder Minuten im Wettkampf, kannst du mit reinen Training in weniger als vier Monaten auch mit keinem Training der Welt erreichen. Ich sehe die Investition in solche Aero Testtage als kein großes Opfer sondern einen enormen Gewinn. Gerade wenn du Zeitziele hast, kann das auch entscheidend sein. Denn wenn dein Ziel z.B. die Radstrecke bei einer Langdistanz in unter 5h ist, kann es sein dass du das nie erreichen wirst, wenn du nur mit eher mäßiger Aerodynamik unterwegs bist. Irgendwann schreitest du dann in Leistungsbereiche vor, die nicht mehr realistisch und für dich ggf. nicht trainierbar sind, um dein gestecktes Ziel zu erreichen. Dank Aerotune musst du diese Bereiche auch nicht mehr erreichen, weil du jetzt ein Tool hast, um eine weitere Stellschraube zu optimieren und deinem persönlichen Ziel näher zu kommen. Wie in meinem Fall, stößt man dann auch in Zeitbereiche vor, die früher nur Profis vorbehalten waren und ich selbst auch nie für möglich gehalten hätte, als ich mit dem Testen begann.

Aber auch bei mir ist noch nicht alles optimiert und inspiriert durch andere Mitglieder der #aeroCOMMUNITY bin ich fest davon überzeugt noch unter den cda-Wert von 0,20 zu kommen.

Ich hoffe das Lesen hat dir ein bisschen Spass gemacht und dass ich auch dich bald in der #aeroCOMMUNITY wieder finde. Melde dich an und folge mir auf der aeroDATA.