Nachdem ich im zweiten Teil unserer aeroCAST Serie meinen theoretischen CdA-Wert berechnet habe, gehe ich heute beim dritten Teil ins Praktische über. Ich möchte dir zeigen, wie ich meinen bislang theoretisch berechneten Wert mit Hilfe unseres aeroTESTs verifiziere. Hierzu nutze ich mein Wettkampf Setup, um bestmögliche Bedingungen zu erhalten. Einer der wichtigsten Punkte, welchen wir nicht oft genug erwähnen können ist, dass aeroFITTING ein Prozess ist, den du über einen längeren Zeitraum durchführen und immer weiter optimieren musst. Den größten Einfluss auf den Windwiderstand hat der menschliche Körper, deswegen ist die Material-Optimierung erstmal zu vernachlässigen und die Optimierung der Sitzposition an erste Stelle zu setzen. Hier setzen wir voraus, dass du dich im Idealfall bereits biomechanisch von einem professionellen Bikefitter auf deinem Rad hast einstellen lassen.

Jetzt komme ich zu unserem aeroTEST. Dieser funktioniert wie in der folgenden Grafik dargestellt.

aeroTEST

Der erste Durchgang bei unserem aeroTEST wird zur “Kalibrierung” des Tests benutzt. Er zählt somit nicht zur eigentlichen Berechnung, sondern dient der Erkennung der Basisdaten für unseren Windfit – hierzu in einem anderen Blog mehr.

Danach sollte, unabhängig von dem Testziel, jedes Setup mindestens zweimal, nach Möglichkeit gerne dreimal, durchgeführt werden. Jede zusätzliche Messung verringert den statistischen Messfehler dieser Setup-Messung und zudem kannst du so schnell erkennen, wenn irgendwo eine Unstimmigkeit besteht, durch z.B. eine nicht konstant gehaltene Sitzposition und den Test dann entsprechend wiederholen. Für die Verifizierung meiner Testdaten nutze ich insgesamt 8 Durchgänge um dir bestmögliche Ergebnisse präsentieren zu können.

Jetzt zur Praxis: Ich bin auf meiner Teststrecke mit meinem Wettkampf Setup und führe den Test wie oben beschrieben durch. Das Ganze wiederhole ich siebenmal, ohne Veränderungen vorzunehmen. Nach allen Testläufen logge ich mich auf der aeroDATA Seite ein, entweder zu Hause oder an der Teststrecke via mobilem Internet, und gehe in den aeroTEST. In der aeroTEST Eingabemaske fülle ich die Daten aus.

aeroDATA

 

Anschließend lege ich mein Basis Setup an und fülle meine Testdaten aus.

 

aeroDATA

Ich schließe meine Garmin an meinen Computer an und lade die FIT Dateien hoch. Die Auswertung erfolgt dann automatisch, sobald ich auf „Calculation“ klicke.

Die erste Grafik zeigt meinen erwarteten Bikesplit für den von mir ausgewählten Wettkampf. Hier habe ich die Daten der Challenge Roth bei einer Leistung von 240 Watt zu Grunde gelegt.

time advantages

Die zweite Grafik zeigt meinen durchschnittlichen CdA-Wert. Wie du siehst liegt dieser bei 0,273 m2 (27,3 aeroPOINTS) und somit ziemlich genau bei dem Wert, den ich im letzten Blog mit dem aeroCAST berechnet hatte.

cda-diagramm

Diese ersten beiden Grafiken werden bei verschiedenen Test-Setups interessanter. Wenn wir in der Auswertung etwas weiter nach unten scrollen, dann kommen wir noch ein bisschen mehr ins Detail.
Hier siehst du die Abweichungen der einzelnen Tests. Meine Testfahrten waren leider nicht zu 100% gleichmäßig, welches man an den Ausreißern nach oben und unten bei den Durchgängen 5 und 6 sehen kann. In diesen Einzelansichten werden alle Testdurchgänge angezeigt. Bei Durchgang 5 habe ich meine Aeroposition nicht über den gesamten Test eingehalten und bei Durchgang 6 bin ich in den Windschatten eines Autos gekommen.

time advantages

In dieser Grafik siehst du meinen CdA Wert der einzelnen Tests. Grafisch ist ebenfalls der Messfehler des jeweiligen Tests angezeigt; auf Wunsch kannst du ihn dir auch nummerisch anzeigen lassen.
In diesen beiden Graphen wird nun auch unser Setup 0, welches wie bereits erwähnt für den Windfit benötigt wird, mit angezeigt.

cda-diagramm

Mit diesen Daten beginne ich jetzt den Prozess des aeroFITTINGs. Natürlich habe ich all dies am gleichen Tag stattfinden lassen, aber wie es weitergeht, berichte ich dir erst nächste Woche.