Im zweiten Bericht unserer Auf dem Weg nach Kona Blogserie möchten wir auf das 2016 beim IRONMAN Hawaii von den Profis benutzte Material, überwiegend auf Helme und Trinkflaschen, und unseren Erfahrungswerte mit diesen eingehen. In unserem letzten Blog haben wir die CdA-Werte einiger Athleten kalkulatorisch berechnet. Hierbei konnten wir lediglich Annahmen auf Grundlage der uns zur Verfügung stehenden Daten treffen und somit sind alle Aussagen rein theoretisch. Der von uns berechnete Wert ist jeweils der Durchschnittswert des Athleten über die gesamte Renndistanz der Radstrecke des IRONMAN Hawaii.

Professionellen Triathleten steht häufig die Möglichkeit zur Verfügung aerodynamische Tests im Windtunnel oder auf der Radrennbahn durchzuführen um das aerodynamisch optimale Material und die optimale Sitzposition zu finden. Somit ist es interessant zu betrachten für welche Setups sich die Athleten 2016 entschieden hatten. Wir schauen auch gespannt auf die kommende Weltmeisterschaft und für welche Setups sich die Athleten in diesem Jahr entscheiden werden.

Heute werfen wir einen Blick auf Ben Hoffman, Jordan Rapp und Lionel Sanders.

 

Ben Hoffman Ironman Hawaii 2016

Ben Hoffman
Bei Ben Hoffman hatten wir einen sehr guten Aerodynamik-Wert mit 22.6 aeroPOINTs (CdA 0,226 m2) berechnet. Ben fuhr 2016 mit einem aerodynamischen Straßenradhelm, welcher ein guter Kompromiss zwischen Aerodynamik und Belüftung bei den extremen Klimabedingungen auf Hawaii ist. Bei der hinter dem Sattel angebrachten Trinkflasche ist zu erkennen, dass diese sehr waagerecht angebracht wurde und nicht über den Sattel hinaus nach oben ragte. Damit wurden zusätzliche Widerstände für die Strömung vermieden, was in 4 von 5 Fällen vorteilhaft ist.

 

Jordan Rapp Ironman Hawaii 2016

Jordan Rapp
Jordan Rapp nutzte einen POC Cerebel Aerohelm. Dieser hat auch bei vielen unserer aeroTESTern schon oft sehr gute Ergebnisse in Hinsicht auf den CdA-Wert erzielt. Gut auf diesem Bild zu erkennen ist der fließende Übergang zwischen Aerohelm und Oberkörper. Für Jordan hatten wir einen Aerodynamik-Wert von 26 aeroPOINTs (CdA 0,26 m2) berechnet. Wir gehen davon aus, dass Jordan seinen Wert noch weiter verbessern könnte, wenn er länger sitzen würde und damit einen flacheren Rücken bekommt. Dazu müsste das Becken mehr rotieren, was wiederum nur möglich ist, wenn der Sattel dies druckbezogen zulässt. Auch müsste der Rahmen entsprechend lang genug sein.

 

Lionel Sanders Ironman Hawaii 2016

Lionel Sanders
Lionel Sanders fuhr eine der schnellsten Radzeiten bei der Weltmeisterschaft auf Kona. An seinem hinteren Flaschenhalter hatte er den XLAB Aero Pouch 300 befestigt. Dieser wurde von uns erst einmal getestet; von aerodynamischem Vorteil. Für eine genaue Bewertung müssen wir weitere Tests durchführen. Die Verwendung einer Aeroflasche ist aus unserer Erfahrung, im Vergleich zur Form einer normalen Trinkflasche, meist besser da sie, ähnlich wie die Heckflosse eines Bootes, den Strömungsverlauf verbessert. Der Aero Pouch ist von seinem Profil einer Aeroflasche ähnlich, doch nicht ganz so konsequent wie diese. Lionel wählte einen besser belüfteten Aerohelm, ebenfalls für ihn ein Kompromiss aus Aerodynamik und Kühlung, welcher etwas oberhalb der Schultern abschloss. Bei all unseren bisherigen Messungen führte ein komplettes Abschließen des Helmes zu einem verbesserten CdA-Wert.

 

Athletenbilder: © Herbert Krabel / slowtwitch.com